23: Tritt heraus aus dem Virtuellen


Gefangen steckst Du im System
Lebst dort schon lange recht bequem
Vom Leben in Haft begeistert, entzückt
Hast Dir den Kerker hübsch geschmückt

Jeden Tag drei Mahlzeiten
Lässt Du Dir da zubereiten
An nichts fehlt‘s Dir in Deiner Zelle
Doch ist diese nur eine virtuelle

Existiert in Dir bloß als Gedanke
Als Vorstellung, als eine kranke
Wie alles als Gedanke nur existiert
Den der geblendete Geist generiert

Folge nicht länger diesem Geist
Wodurch Du Dich von ihm befreist
Im Bewusstsein als Bewusstsein verweile
Auf dass Deine Weltsucht darin verheile

Als Zeuge halt inne in der Leere
Die gleich dem Paradies wohl wäre
Ohne Verlangen nach der Welt
Das Dich im Hamsrädchen hält

Du sitzt und fühlst die Monotonie
Verteufle sie nicht, beobachte sie
Erstaunt wirst Du sodann entdecken
Rasch verliert sie ihren Schrecken

So verhält es sich auch mit Furcht und Wut
Sie treffen den nicht, der in sich ruht
Der sich als Zeuge der Illusion betrachtet
Der die Welt als Traum erachtet

Der Atman bist Du, ewig bewusst
Geburt kein Gewinn, Tod kein Verlust
Du wanderst beständig von Traum zu Traum
Schenkst fiktiven Bildern in Dir Raum

Tritt heraus aus dem Virtuellen
Ozean bist Du, kämpfst gegen Wellen
Es hielt Dich die Matrix in ihren Fängen
Lockte Dich mit Sirenengesängen

Erkennst Du die Welt als Illusion
Als des Geistes Projektion
Endet Deine Sklaverei
Betritts den Pfad, bist endlich frei

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