Dem Erwachen leiste ich Widerstand
Zu fest geschnürt noch weltlich’ Band
Noch nicht bereit, ins Licht zu treten
Wird meine Ankunft sich verspäten
Die Welt zieht mich in ihren Bann
Dem ich schwer nur widerstehen kann
Das Fleisch ist schwach, willig der Geist
So das Fleisch obsiegt zumeist
Versuch ich dem Tal auch zu entkommen
Irre ich weiter — vom süßen Gift benommen
Durch die tristen Niederungen
Noch ist der Aufbruch nicht gelungen
Den Köder vor Augen und irgendwann
Beiße ich wieder voll Begierde an
Am Geschmack des Wurms nur kurz erfreut
Hab ich den Biss schon bald bereut
Tief in mir ein brennendes Sehnen
Kann in Freiheit mich nicht wähnen
Solang ich gefesselt vom Begehren
Muss ich in den Kerker wiederkehren
In meinem Geist ein Krieg entbrannt
Erst wenn das Übel daraus verbannt
Geh ich siegreich aus der Schlacht hervor
Steig ich zum Gipfel der Freiheit empor
Versteh ich das Irdische auch zu meistern
Vermag es mich nicht zu begeistern
Schal geworden die Attraktionen
Die zu schauen sich nicht lohnen
Ruhig wird es in mir, still und leer
Die alten Muster taugen nicht mehr
Hab die Dämonen hinaus getrieben
Keiner ist herinnen geblieben
Einst sucht ich der Welt zu gefallen
Lautstark ließ ich die Korken knallen
Ein Schauspieler war ich, ein Statist
Der sein wahres Wesen vergisst
Der sich seiner Göttlichkeit nicht gewahr
Jeder Selbsterkenntnis bar
Bequem mit der Strömung geschwommen
Deshalb nie am Ziele angekommen
Denn das Ziel, es liegt an der Quelle
Bewegst Du Dich mit dem Gefälle
Mögen die Zeiten auch verstreichen
Die Quelle wirst Du nicht erreichen
Was Menschen im Leben auch immer erreichen
Auch die edelsten enden schließlich als Leichen
Was bringen dann Ruhm oder endloses Sparen
Sollst Dich vielmehr als höchstes Selbst erfahren
Jagst Reichtum und Ruhm hinterher
Kriegst niemals genug, gierst nach immer mehr
Blickst enttäuscht am bitteren Ende
In Deine bleichen, leeren Hände
Kein Publikum, das applaudiert
Wenn Deine Bilanz verkündet wird
Keiner der Dir Beifall spendet
Wenn Dein irdisch‘ Dasein endet