32: Wenn Du wanderst auf heiligen Wegen

Das imaginäre Ego fordert den Thron 
Möchte Herrscher sein in der Illusion
Erobert Körper und Geist in einem Streich
Will König sein im Schattenreich

Fordernd bellt es die Befehle
Unterjocht die heilige Seele
Nimmt das Selbst in Geiselhaft
In irdische Gefangenschaft

Strebt gierig nach weltlichem Gewinn
Verwirft seinen wahren Lebenssinn
Tritt verbissen in Samsaras Mühle
Zum Lohne kurzer Glücksgefühle

Fremder bist Du im kalten Exil
Ohne Richtung, ohne Ziel
Zur Heimkehr mach Dich also bereit
Begib Dich in die Vollkommenheit

Wenn Du wanderst auf heiligen Wegen
Stellt sich das Ego Dir entgegen
Kämpft verzweifelt ums Überleben
Wird aus freien Stücken sich nicht ergeben

Dieses Ego hast Du zu überwinden
Darfst Dich nicht an seinen Willen binden
Darfst, willst Freiheit Du erlangen
Dich nicht im Netze seiner Gier verfangen

Musst Unverständnis und Spott ertragen
Von den Menschen, die nur Genüsse jagen
Die Dich einen Narren nennen
Weil sie ihr wahres Selbst nicht kennen

Lass von diesen Dich nicht stören
Sollst auf Deine innere Stimme hören
Die ganz leise dem erwachenden Geist
Den heiligen Pfad in die Freiheit weist

Bläst Dir Gegenwind entgegen
So betrachte den als Segen
Für nahende Freiheit sieh ihn als Zeichen
Wirst bald das höchste Ziel erreichen

Vom Weizen trennt sich hier die Spreu
Bleib also Deinem Pfade treu
Lass von der Welt Dich nicht bezwingen
Vom intriganten Ego nicht niederringen

Nur dem edlen Pfad bist Du verpflichtet
Hast das Verlangen nach Welt in Dir vernichtet
Abgeschworen den weltlichen Zielen
Die Dir einstmals so gefielen

Hast das Ego als Betrüger erkannt
Es deshalb aus Deinem Geist verbannt
Folgst nicht dem düsteren Pfad der Massen
Ruhst im höchsten Selbst – frei und gelassen

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